Am 24. Februar 2026 fuhren die Klassen 9a, b und c zusammen mit ihren Lehrkräften Herrn Böttcher, Herrn Reutter, Frau Rübke, Frau Schwienbacher-Bratschke und Herrn Völker zur Gedenkstätte Grafeneck auf der Schwäbischen Alb.
An diesem Ort wurden zur Zeit der Nationalsozialisten über 10600 geistig behinderte oder psychisch kranke Menschen durch Gas umgebracht.
Passend zum Geschichtsunterricht, in dem sich die Klassen bereits mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt hatten, folgte nun eine Exkursion nach Grafeneck. Dort konnte man das damalige Geschehen noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten und sich mit einer Gruppe von Opfern beschäftigen, an die viele Menschen im Zusammenhang mit den Schrecken des Nationalsozialismus nicht denken. Der Schwerpunkt lag hier nämlich auf der „Euthanasie“, wie die Ermordung von Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen genannt wurde.
In Grafeneck angekommen, warteten spannende Workshops und viele Informationen auf uns. So konnten wir einen näheren Einblick bekommen, wie die Tötungsanstalt entstanden ist und wie der Name „Euthanasie“ zu Stande kam. Außerdem betrachteten wir genaue Lagepläne sowie das Verfahren zum Bestimmen der Patienten und den Transport nach Grafeneck näher.
Sehr eindrucksvoll waren die originalen Dokumente dieser Zeit, die uns von den Leitern des Workshops anvertraut wurden. Hilfreich und interessant waren auch die Einblicke in das Leben bestimmter Personen, wie zum Beispiel der Opfer, aber auch der Täter. So betrachteten wir, wie der Tötungsarzt Horst Schumann zu seiner Stelle in Grafeneck kam und wie bzw. wo er nach der Zeit der Nationalsozialisten lebte. Diese genauen, schrecklichen Geschichten sorgten in den Klassen für eine ganz besondere Atmosphäre, indem man sich vorstellte, wie schrecklich das Leben der Opfer innerhalb kürzester Zeit wurde.
Als gemeinsamen Schluss warfen wir einen Blick auf ein Buch mit einer Liste aller bisher bekannten Opfer. Dies war besonders eindrucksvoll, da jeder in dem Buch nach seinem Nachnamen suchte, was zeigt, wie nah dieses Thema einem immer noch ist. Zudem wurde uns die sogenannte „Klagemauer“ gezeigt, eine Mauer, in die über die Zeit sehr viele kleine Zettel mit Botschaften wie „Jedes Leben ist wertvoll!“ hineingesteckt wurden. So konnten wir uns ein paar Zettel durchlesen und uns Gedanken zu dem Thema machen, denn auch wir konnten im Sinne unserer Exkursion Botschaften schreiben, die in Zukunft vielleicht von jemand anderem gelesen werden.
Wir bedanken uns außerdem recht herzlich beim OHG-Förderverein für eine großzügige Unterstützung!
Pascal Schepper, Kl. 9c